Sexualtherapie findet im Einzel- oder Paarsetting statt. Denn manchmal wurzelt eine sexuelle Schwierigkeit mehr in der Lebenssituation und Beziehungsdynamik eines Paares. Dann empfiehlt sich die gemeinsame Suche nach einer guten Lösung im Rahmen einer Paartherapie.

 

Ebenso kann eine körperliche oder psychische Erkrankung Ursache einer sexuellen Problematik sein. Am Anfang einer Sexualtherapie kann daher die medizinische Abklärung (z.B. bei Ihrer Gynäkologin/Ihrem Urologen) sinnvoll sein.

 

Wann eine sexuelle Unzufriedenheit zum Problem wird, das eine sexualtherapeutische Beratung oder Behandlung sinnvoll macht, hängt vom Schweregrad, der Komplexität, der Dauer und dem Ausmaß Ihrer Belastung ab. 

 

Kurze Sexualberatung ist sinnvoll, wenn Ihre sexuellen Probleme erst seit kurzem auftreten oder diese in Folge einer Lebensveränderung oder einer aktuellen Krankheit entstehen. Eine Beratung ist aber auch dann nützlich, wenn Sie eine gute Partnerschaft leben und Ihr Problem nur darin besteht, sexuelle Wünsche und Abneigungen nicht aussprechen zu können.

 

Sexualtherapie ist längerfristig und beispielsweise sinnvoll, wenn Sie unter Ihren Schwierigkeiten leiden und Ihre sexuellen Probleme schon immer oder seit längerer Zeit bestehen, Ihre Versuche etwas zu verändern nicht erfolgreich waren, Ihre Partnerschaft sehr beeinträchtigt ist oder Sie sich oder andere durch Ihre Art Sexualität zu leben gefährden.

 

Von sexueller Unzufriedenheit sprechen wir meist dann, wenn Sie

 

  • Ihr Sexleben nicht mehr genussvoll erleben können oder sexuellen Kontakt ganz vermeiden,

  • sexuelle Unlustgefühle erleben, die Sie selbst oder Ihre Partnerschaft belasten,

  • sich Sex wünschen, jedoch Ängste, der zu frühe Erregungsverlust oder Schmerzen Sie beeinträchtigen,

  • ganz unterschiedliche Vorstellungen von einem gelungenen Sexualleben/angewandten Sexualpraktiken haben als Ihr Partner/Ihre Partnerin,

  • darunter leiden, dass sich Ihr sexuelles Begehren auf gefährliche Sexualpraktiken oder verbotene Sexualpartner richtet,

  • Ihre sexuelle Orientierung Ihnen selbst oder Anderen Schwierigkeiten macht,

  • lieber im anderen als dem angeborenen Geschlecht leben möchten.

Sind Sie zufrieden mit Ihrem Sexleben?

 

Was ist in Bezug auf die eigene Sexualität - und wie sie gelebt wird - überhaupt Zufriedenheit? Das ist ganz individuell und hängt meist von vielen Faktoren ab:

  • den Werten, Haltungen und Mythen, die Sie in Bezug auf Sexualität geprägt haben,

  • der sexuellen Identität,

  • der sexuellen Orientierung, die Sie leben oder gerne leben würden,

  • dem praktizierten Sexualverhalten,

  • dem/der SexualpartnerIn bzw. den Sexualpartnern,

  • traumatischen Erfahrungen, die auch Ihr Sexleben schwierig machen,

  • Unlust, sexuelle Versagenserlebnisse, Schmerzen,

  • und vieles mehr.

 

Sexuelle Zufriedenheit wirkt wesentlich auf unsere Lebensqualität, körperliches Wohlbefinden und seelische Gesundheit.

 

Wir sind oversexed... Sexuelles begegnet uns in Wort und Bild tagtäglich und ganz öffentlich. Die persönliche Sexualität zählen die meisten von uns zu den sehr privaten Lebensthemen. Manchmal ist dies ein heikler, meist schambesetzter Bereich, insbesondere wenn es um sexuelle Schwierigkeiten geht. Diese sind nichts Ungewöhnliches und werden von Frauen, Männern und Paaren häufiger erlebt als allgemein angenommen. 

 

Beratung und Psychotherapie bei sexuellen Schwierigkeiten